Leitbild

Das Leitbild von Netzwerk Spiel/Kultur findet sich in der Arbeit des Bauspielplatzes wieder:

„Hand und Hirn - Wir bieten Kindern und Jugendlichen Erfahrungsmöglichkeiten für alle Sinne.“

Wir eröffnen Kindern und Jugendlichen die Vielfalt des ASP Kolle 37. Durch Spielen und Experimentieren können sie Neues entdecken und lernen. Sie können sich ausprobieren und sich mit anderen austauschen. Der Kolle 37 bietet mit seinen Freiflächen, Werkstätten und dem Spielhaus Raum für diese Aktivitäten.
 
„Innovativ und professionell - Wir wagen Neues und handeln fachlich kompetent.“

Der ASP Kolle 37 ist ein offener Ort, er kooperiert mit vielen anderen Institutionen. Dabei bietet er seinen Besuchern einen Ort der Sicherheit und Zuverlässigkeit und reagiert auf aktuelle Bedarfe aus dem Kiez und fachpolitische Debatten. Dazu bilden sich die Mitarbeiter ständig weiter.

„Ich und Wir - Wir fördern individuelle Entwicklung ebenso wie soziale Gemeinschaft.“

Gleichberechtigung, Beteiligung und Selbstbestimmung sind Grundsätze der Arbeit auf dem Spielplatz. Hier werden Freiräume geboten, um sich in eine vielfältige Gesellschaft zu integrieren und respektvoll mit anderen auseinanderzusetzen.

„Einmischung und Zumutung - Wir tragen zu gesellschaftlichen Veränderungen bei und scheuen dabei auch ungewohnte Ideen nicht.“

Der Kolle 37 ist ein Ort der Veränderung. Er ist bereit das Risiko einzugehen, durch Provokationen Veränderungen zu bewirken, ohne seine Vertrauenswürdigkeit aufs Spiel zu setzen.

Unten erhalten Sie einen kleinen Einblick in unsere Arbeit und Konzeption, die Sie hier herunterladen können:

Konzeption Kolle 37

Durch die Arbeit am Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten verändert sich unser Konzept gelegentlich ein wenig.


Unser Konzept

Grundprinzipien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

1. Bedingungen und Freiraum schaffen

Von der Einrichtung werden Freifläche, Handlungs- und Spielräume und eine Vielfalt von Angeboten bereitgestellt. Ein Bauspielplatz stellt in erster Linie eine Freifläche zur Verfügung, deren Hauptmerkmal im Vergleich zu anderen Spielplätzen ist, durch das Tun der Kinder veränderbar und gestaltbar zu sein. Darüber hinaus ist er anregender Ort vielfältiger Angebote, Treffpunkt, Ort zum Ausruhen, Reden oder sich Zurückziehen. Pädagogisch betreute Spielplätze bieten gezielt Freiräume an, innerhalb derer sich Kinder überwiegend selbstbestimmt entdecken, erleben, ausprobieren und entwickeln können. Ein Freiraum wird dabei auch als Beziehungsraum verstanden, in dem Begegnungen und Beziehungen unterschiedlicher Art möglich sind und gestaltet werden können, nicht aber unbedingt zwingend sind. Freiraum bedeutet ein Stück selbstbestimmter Raum, in dem Kinder nicht unter permanenter Kontrolle durch Erwachsene stehen. Kinder können für sich sein, werden aber nicht alleingelassen.

2. Offenheit und Freiwilligkeit

Das Prinzip der Offenheit beinhaltet zum einen räumliche Zugänglichkeit und Verfügbarkeit, zum anderen Zielgruppenoffenheit für potentiell alle jungen Menschen und eine Vielfalt von Aktivitäten vor Ort. Räumliche Zugänglichkeit und Verfügbarkeit im Umfeld und Alltag sollen eine Nutzungsgelegenheit für alle interessierten Kinder bieten. Aktivitätenvielfalt gehört zur Offenheit, um möglichst vielen Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen einen für sie attraktiven Ort der Freizeitgestaltung zu bieten. Zielgruppenoffenheit bedeutet eine Offenheit für potentiell alle jungen Menschen der Zielgruppe, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität, Religion, Nationalität, individueller Fähigkeiten und sozialer oder ethnischer Herkunft oder finanzieller Möglichkeiten. Daher ist auch die Kostenfreiheit ein mit der Offenheit untrennbar verbundenes Prinzip. Der Besuch ist freiwillig, jeder kann in den Öffnungszeiten kommen und gehen, wann er will. 

3. Pädagogische Begleitung

In einer Zeit zunehmender Unübersichtlichkeit und fehlender Orientierungen benötigen Kinder andere Menschen, die als Vorbilder oder als Reibungsfläche, vor allem aber als authentisches Gegenüber zur Verfügung stehen. Die pädagogischen Fachkräfte auf betreuten Spielplätzen stellen sich in dieser Rolle zur Verfügung. Sie akzeptieren Kinder in ihrer Selbstständigkeit und sehen sie gleichzeitig in ihrer Bedürftigkeit. Die Kinder können sich ungestört ausprobieren, sie sollen die Möglichkeit zu zwanglosem, selbstbestimmtem Handeln haben, aber sie werden nicht allein gelassen. Durch das Prinzip der Offenheit haben Kinder die Möglichkeit, selbst Art, Nähe und Dauer des Kontaktes, der Intensität und Offenheit der Beziehung zu den pädagogischen Fachkräften zu bestimmen. Diese organisieren die Angebote, stellen Materialien zur Verfügung, geben Anregungen, begleiten die Kinder und Jugendlichen bei ihrem Tun und stehen als Ansprechpartner*innen für alle Fragen zur Verfügung. Sie vermitteln die Grundregeln für die Nutzung des Platzes und den Umgang miteinander und handeln spezielle Regelwerke zusammen mit den Nutzer*innen immer wieder neu aus. Die Betreuer*innen übernehmen nicht die Aufsichtspflicht.

4. Partizipation

Kinder und Jugendliche werden von den Betreuern nicht als Objekte erwachsener Bevormundung betrachtet, sondern als gleichberechtigte Menschen, die so weit als möglich in die Gestaltung des Platzlebens und der Angebote mit einbezogen werden. Ihr Recht auf Selbstbestimmung wird, wie das jedes Menschen, in dem Maße geachtet, wie es Andere nicht beeinträchtigt. Kindern soll die Möglichkeit gegeben werden, Mitbestimmung zu erproben, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, zu organisieren, zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Partizipation bietet ein Lernfeld der Einübung von demokratischem Handeln. Elemente wie Mitwirkung, Mitbestimmung und auch Eigenverwaltung fördern Mündigkeit, Interesse, Engagement, Identifikation und Selbstvertrauen; sie machen zudem Regelwerke, Abläufe und Entscheidungen transparent.

5. Lebensweltlich- und Sozialraumorientierung

Der Platz ist Spielort für Kinder und Jugendliche, die während der betreuten Öffnungszeiten die Hauptnutzergruppe sind. Und er ist Lebens- und Kommunikationsstätte im Stadtteil, der vielfältige Möglichkeiten für Menschen aller Generationen bereithält. Lebensweltorientierte Jugendarbeit knüpft an den vorgefundenen Lebensverhältnissen ihrer Adressaten an. Die Prinzipien der Lebensweltorientierung und Sozialraumorientierung greifen die unmittelbaren Erfahrungen der Kinder mit sich und ihrem Umfeld auf. Ressourcen im Alltag der Kinder, Orte oder Räume, die für Kinder von Bedeutung sind oder sein können, sowie familiäre Hintergründe werden in die Arbeit mit einbezogen. Perspektiven, Wertungen und Sinnzuschreibungen der Kinder dienen als Grundlage und Ausgangspunkt der Arbeit. Der Sozialraum wird als Aneignungs-, Entfaltungs- und Anregungsraum verstanden.

6. Geschlechtergerechtigkeit

Im Kindes- und Jugendalter gehört das Entwickeln einer Geschlechtsidentität zu den zentralen Entwicklungsaufgaben. Es wird dementsprechend als ein zentrales Thema aufgegriffen. Kinderund Jugendarbeit sollte dabei auf die besonderen Bedürfnisse von Mädchen und Jungen eingehen um sie bei der Entwicklung einer individuellen Identität zu unterstützen. Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern und Benachteiligungen abzubauen ist eine gesetzlich verankerte Zielsetzung der Jugendhilfe. Mit dem Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit wird vor allem die Tatsache berücksichtigt, dass Mädchen und Jungen in unterschiedlichen Lebenslagen aufwachsen. Geschlechterreflektierte Arbeit versucht, Benachteiligung abzubauen, Gleichberechtigung zu fördern und eine selbstbestimmte Geschlechtsidentität mit vielfältigen Facetten zu fördern.

Inklusion

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Beeinträchtigung hast. Jeder kann mitmachen!

In der UN-Behindertenrechtskonvention geht es nicht mehr um die Integration von "Ausgegrenzten", sondern darum, von vornherein allen Menschen die uneingeschränkte Teilnahme an allen Aktivitäten möglich zu machen. Nicht das von vornherein negative Verständnis von Behinderung soll Normalität sein, sondern ein gemeinsames Leben aller Menschen mit und ohne Behinderungen. Folglich hat sich nicht der Mensch mit Beeinträchtigung zur Wahrung seiner Rechte anzupassen, sondern das gesellschaftliche Leben Aller muss von vornherein für alle Menschen ermöglicht werden. Diese gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ist Inklusion und der Leitgedanke der UN-Behindertenrechtskonvention.

Informationen für Eltern, Einzelfallhelfer*innen und Assistenz für Klient*innen

Der pädagogisch betreute Abenteuerliche Bauspielplatz versteht sich als Botschafter der Kinder und Jugendlichen. Die pädagogischen Fachkräfte sehen sich daher in der Verantwortung Raum, Zeit und Orte für freies ungestörtes Spielen zu schaffen, wobei Kinder und Jugendliche ihre individuellen Erfahrungen, Interessen und Grenzen kennen lernen können. Aus diesem Grund sind unsere pädagogischen Projekte nur den Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren vorbehalten. Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention gilt dies ebenso für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen. 

  • Wenn Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht selbstständig am Platzgeschehen sowie an den pädagogischen Projekten teilhaben können und durch keine externe Person pädagogisch betreut werden, sprechen Sie uns, das pädagogische Kernteam an, damit wir gemeinsam nach Wegen suchen, um ihrem Kind einen gelungenen Start auf dem Abenteuerspielplatz zu ermöglichen.

  • Wenn Kinder und Jugendliche durch eine Assistenz oder Einzelfallhilfe unterstützt werden, kann nach der Absprache und der schriftlichen Vereinbarung mit dem pädagogischen Kernteam die gemeinsame Begleitung mit den Klient*innen selbstverständlich auf dem ASP Kolle 37 fortgesetzt werden.
    Die Vereinbarung können Sie vor Ort oder hier (Einzelfall / Assistenz) online erhalten.

  • Solange keine Absprachen getroffen wurden, kann die Teilnahme für die Assistenz und die Einzelfallhilfe aufgrund unseres Kinderschutzkonzeptes "Sichere Orte" leider nicht ermöglicht werden. Es gelten für Sie dann die gleichen Regeln wie für erwachsene Besucher*innen, welche sich auf dem Wasserspielplatz oder in der Besucher*innenecke im Eingangsbereich des Platzes aufhalten können. 

Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen wenden Sie sich bitte gern schriftlich an folgende Mailadresse: kolle37[at]netzwerkspielkultur.de

Umweltbildung

Nachhaltige Prozesse

Ökologie, Nachhaltigkeit, Umweltschutz sind häufig Schlagworte. Auf dem Platz wird versucht, möglichst selbstverständlich in diesem Sinne mit den Kindern und Jugendlichen zu leben. Alltagssituationen, zum Beispiel der Kampf um die Mülltrennung, werden genutzt, um sie auf diese Themen aufmerksam zu machen. Der Platz an sich bietet gute Voraussetzungen, etwas über die Natur und ihre Kreisläufe zu erfahren: In den vielen Winkeln und Nischen gedeiht eine große Artenvielfalt an Pflanzen, Vögeln und Insekten. Die Ansiedlung von Vögeln wird durch Nistkästen noch unterstützt. Beim Bau des Hauses wurde auf ökologische Gesichtspunkte besonders geachtet. Deutliche Zeugnisse dafür sind die Solarstromproduktion, Lehmwände und das begrünte Dach. Jahrelang wurde auf dem Platz eine Fahrradwerkstatt betrieben; Kinder und Jugendliche bekamen Hilfe beim Schrauben, und ihre Wahl, sich mit dem umweltschonenden Transportmittel Fahrrad fortzubewegen, wurde damit unterstützt.

Gärten

Zwei Gärten auf dem Gelände des Bauspielplatzes bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, den Prozess von Säen, Wachsen und Reifen selbst zu erleben. Die Kinder können sich an der Pflege der Beete und Bepflanzungen beteiligen. Dabei lernen sie natürliche Kreisläufe (z. B. Jahresrhythmen) kennen, erwerben Wissen über Pflanzen und Gartenbau und können eigene Ideen einbringen. Der Kreislauf schließt sich auf dem Kompost für die Garten- und Küchenabfälle. Übers Jahr verwandelt er sich tatsächlich zu Erde, die den Garten wieder fruchtbarer macht. Gartenarbeit erfordert Geduld und Ausdauer und vermittelt dadurch ein Gefühl für den Wert von Lebensmitteln und der Natur. Darüber hinaus werden beim Gärtnern und Kompostieren zahlreiche Kleinsttiere und Umweltprozesse erlebbar.

Kaninchen

Der Tierbereich mit den Kaninchen befindet sich auf dem Wasserspielplatz. Dieser schließt mit einem Durchgang an den Abenteuerspielplatz an und wird ebenso von den pädagogischen Fachkräften gepflegt und bewirtschaftet. Zudem öffnet dieser Bereich des Spielplatz einen Raum für die ganze Familie. Vor allem Kleinkinder erforschen hier neugierig die Elemente Erde und Wasser durch das Spielen im Sandkasten und dem Betreiben der nostalgischen Wasserpumpe. Die Tierpflege findet mindestens zweimal wöchentlich als Projekt mit Kindern und Jugendlichen statt. Dreimal täglich werden die Kaninchen gefüttert. Vielfältige soziale und emotionale Kompetenzen werden durch den Umgang mit Tieren geschult. Das Einbeziehen von Tieren bietet Kindern die Möglichkeit, sich zu öffnen und Beziehungen einzugehen, indem sie z. B. einem Tier jederzeit alle Sorgen und Nöte anvertrauen können. Die soziale Isolation, in die manche Kinder geraten sind, kann dadurch überwunden werden. Oft bieten die Tiere die erste Möglichkeit, um erneut Kommunikation einzuüben und zu festigen. Kommunikative Kompetenzen und Teamfähigkeit werden gestärkt. Die Kinder lernen die Versorgung und Lebensweise der Tiere kennen und übernehmen Verantwortung für deren Wohlbefinden. Sie lernen, sich auf andere Lebewesen einzustellen, auf deren Besonderheiten und Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und bauen Berührungsängste ab. Positive Erfahrungen im Umgang mit den Tieren und deren Versorgung ermöglichen eine Stärkung des Selbstbewusstseins und die Erfahrung der Selbstwirksamkeit.

Bienen

Seit die Menschen sesshaft sind, gibt es Imkereien. Auf dem ASP Kolle 37 werden gemeinsam mit den Kindern sechs Bienenvölker bewirtschaftet. Die Arbeit mit Bienen sowie an den Beuten entwickelt Bewegungsfähigkeit sowie handwerkliches Geschick. Im Umgang mit Bienen wird auch der Umgang mit Gefahren erlernt. In diesem Projekt werden alle Sinne angeregt. Neben der Honigernte sorgen die Bienen für die Bestäubung der im Umkreis wachsenden Pflanzen.

Soziales Lernen

Zur Zeit seiner Gründung verstand sich der Bauspielplatz vor allem als Freizeiteinrichtung mit vorrangig handwerklichen Angeboten. Die Konfrontation mit den Besonderheiten vieler der Kinder und Jugendlichen machte jedoch bald eine Erweiterung des Selbstverständnisses und der Angebote nötig. Neben handwerklichem Interesse führt sie vor allem, die Suche nach Anerkennung und Zuwendung auf den Bauspielplatz. Ihnen gilt die besondere Aufmerksamkeit der pädagogischen Mitarbeiter*innen, ohne jedoch andere Kinder und ihre Interessen zu vernachlässigen.

Die Arbeit der letzten Jahrzehnte bestätigte, dass ein betreuter Spielplatz durch die Kombination von Freifläche, kontinuierlicher Begleitung, handwerklichem Angebot und Freiwilligkeit des Besuches hervorragend geeignet ist, freizeitgestaltendes und sozialpädagogisches Handeln wirksam zu verbinden.

Kinder und Jugendliche haben auf dem Bauspielplatz die Möglichkeit, im Umgang miteinander und mit den Pädagog*innen soziale Fähigkeiten zu entwickeln und zu üben. Auf dem oft langen und schwierigen Weg zu solidarischem Verhalten, Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen, Verantwortungsgefühl, Kommunikationskultur, Urteilsfähigkeit, gewaltfreien Konfliktlösungsmethoden und Lösungsstrategien werden sie von den pädagogischen Fachkräften begleitet.

Demokratische Platzversammlung

Der Abenteuerliche Bauspielplatz Kolle 37 bietet in seinem Alltag Kindern vielfältige Gelegenheiten, Selbstorganisations- und Mitbestimmungsvarianten zu erproben und Verantwortung zu übernehmen. Wöchentlich findet eine Platzversammlung statt, bei der Alltagsthemen aber auch Probleme und Regeln auf dem Bauspielplatz gemeinsam besprochen und ausgehandelt werden. Darüber hinaus haben die Kinder und Jugendlichen jederzeit die Möglichkeit, Anregungen und Wünsche über mehrere Briefkästen einzubringen oder direkt mit den pädagogischen Fachkräften darüber zu sprechen. Kinder ernst zu nehmen und ihnen mit Respekt zu begegnen ist dabei Grundhaltung in der pädagogischen Arbeit. Mitwirkung, Partizipation und Eigenverwaltung fördern Mündigkeit, Interesse, Engagement, Identifikation und Selbstvertrauen; sie machen zudem Regelwerke, Abläufe und Entscheidungen transparent und nachvollziehbar. Auf diese Weise bietet sich ein Lernfeld der Einübung von demokratischem Handeln.

Pädagogische Back- und Kochprojekte

Gemeinsames Kochen und Backen ist ein wichtiges Thema auf dem Bauspielplatz. Für eine optimale kindliche Entwicklung ist eine gute Ernährung eine wichtige Voraussetzung. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen ins Planen, Einkaufen, Zubereiten der Speisen und in das anschließende Abwaschen mit einbezogen. Hier werden wichtige Aspekte wie gesunde Ernährung, aber auch Themen der Nachhaltigkeit und artenfreundliche Tierhaltung vermittelt. Die Kinder lernen im Kochprojekt Grundfertigkeiten der Zubereitung von Lebensmitteln, Ordnung und Hygiene. Das von den Kindern und pädagogischen Fachkräften gemeinsam eingenommene Essen fördert neben der Sättigung auch die Funktion einer Gemeinschaft und kulturvollen Begegnung, bei der beispielsweise der Schulvormittag ausgewertet und die Nachmittagsplanung besprochen werden kann.
Finanziert wird das Angebot nur über Spenden!

Beratung, Unterstützung, Hilfe

Zu den Aufgaben der pädagogischen Mitarbeiter*innen des Platzes gehört es, als aufgeschlossene, aufmerksame und verlässliche Personen präsent zu sein, vertrauensvolle Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen aufzubauen und ihnen in schwierigen Lebenslagen Unterstützung anzubieten.

Dazu gehört vor allem:

  • Hilfe bei Schulproblemen zum Beispiel durch Hausaufgabenhilfe, Gespräche mit der Schule, Vermittlung von besonderer Betreuung oder von Alternativen zum Erlangen des Schulabschlusses
  • Unterstützung bei Berufsfindung und Lehrstellensuche zum Beispiel durch Kontaktvermittlung zu Anbietern von Berufsorientierung und Berufsausbildung und durch Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen
  • Vermittlung von Hilfe bei persönlichen und familiären Problemen zum Beispiel durch Herstellen von Kontakten zum Jugendamt und zu Beratungsstellen und durch Begleitung zu Krisenunterkünften.

Sozialraumorientierung

Der Bauspielplatz

wirkte schon immer mit seiner Arbeit in den Stadtteil hinein und war Anlaufpunkt für interessierte Anwohner*innen. Seit der Eröffnung des Hauses gehört die Sozialraumorientierung ausdrücklich zum Konzept. Das Haus ist nicht nur Spiel-Haus, sondern auch Kiezkommunikationszentrum. Es bietet Möglichkeiten der Begegnung und ist Ausgangspunkt von Aktionen.

Das Haus

wird regelmäßig als Versammlungsort genutzt: von Bürgerinitiativen, Mietergruppen, Fachgremien, Elternvertretungen und anderen. Geburtstagsparty, Jugendweihe, Polterabend, Schulabschlussfeier, Betriebsfeier, Kindergeburtstag, Hochzeit - auch zum Feiern ist das Haus geeignet und wird rege dafür in Anspruch genommen. Das zu zahlende Nutzungsentgelt wird benötigt, um die Betriebs- und Instandhaltungskosten des Hauses zu bestreiten.

Weitere Informationen zur Vermietung des Platzhauses finden Sie hier.