Umweltbildung

Nachhaltige Prozesse

Ökologie, Nachhaltigkeit, Umweltschutz sind häufig Schlagworte. Auf dem Platz wird versucht, möglichst selbstverständlich in diesem Sinne mit den Kindern und Jugendlichen zu leben. Alltagssituationen, zum Beispiel der Kampf um die Mülltrennung, werden genutzt, um sie auf diese Themen aufmerksam zu machen. Der Platz an sich bietet gute Voraussetzungen, etwas über die Natur und ihre Kreisläufe zu erfahren: In den vielen Winkeln und Nischen gedeiht eine große Artenvielfalt an Pflanzen, Vögeln und Insekten. Die Ansiedlung von Vögeln wird durch Nistkästen noch unterstützt. Beim Bau des Hauses wurde auf ökologische Gesichtspunkte besonders geachtet. Deutliche Zeugnisse dafür sind die Solarstromproduktion, Lehmwände und das begrünte Dach. Jahrelang wurde auf dem Platz eine Fahrradwerkstatt betrieben; Kinder und Jugendliche bekamen Hilfe beim Schrauben, und ihre Wahl, sich mit dem umweltschonenden Transportmittel Fahrrad fortzubewegen, wurde damit unterstützt.

Gartenbereich

Zwei Gärten auf dem Gelände des Bauspielplatzes bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, den Prozess von Säen, Wachsen und Reifen selbst zu erleben. Die Kinder können sich an der Pflege der Beete und Bepflanzungen beteiligen. Dabei lernen sie natürliche Kreisläufe (z. B. Jahresrhythmen) kennen, erwerben Wissen über Pflanzen und Gartenbau und können eigene Ideen einbringen. Der Kreislauf schließt sich auf dem Kompost für die Garten- und Küchenabfälle. Übers Jahr verwandelt er sich tatsächlich zu Erde, die den Garten wieder fruchtbarer macht. Gartenarbeit erfordert Geduld und Ausdauer und vermittelt dadurch ein Gefühl für den Wert von Lebensmitteln und der Natur. Darüber hinaus werden beim Gärtnern und Kompostieren zahlreiche Kleinsttiere und Umweltprozesse erlebbar.


Tierbereich

Kaninchen

Der Tierbereich mit den Kaninchen befindet sich auf dem Wasserspielplatz. Dieser schließt mit einem Durchgang an den Abenteuerspielplatz an und wird ebenso von den pädagogischen Fachkräften gepflegt und bewirtschaftet. Zudem öffnet dieser Bereich des Spielplatz einen Raum für die ganze Familie. Vor allem Kleinkinder erforschen hier neugierig die Elemente Erde und Wasser durch das Spielen im Sandkasten und dem Betreiben der nostalgischen Wasserpumpe.

Die Tierpflege findet mindestens zweimal wöchentlich als Projekt mit Kindern und Jugendlichen statt. Dreimal täglich werden die Kaninchen gefüttert. Vielfältige soziale und emotionale Kompetenzen werden durch den Umgang mit Tieren geschult. Das Einbeziehen von Tieren bietet Kindern die Möglichkeit, sich zu öffnen und Beziehungen einzugehen, indem sie z. B. einem Tier jederzeit alle Sorgen und Nöte anvertrauen können. Die soziale Isolation, in die manche Kinder geraten sind, kann dadurch überwunden werden. Oft bieten die Tiere die erste Möglichkeit, um erneut Kommunikation einzuüben und zu festigen. Kommunikative Kompetenzen und Teamfähigkeit werden gestärkt. Die Kinder lernen die Versorgung und Lebensweise der Tiere kennen und übernehmen Verantwortung für deren Wohlbefinden. Sie lernen, sich auf andere Lebewesen einzustellen, auf deren Besonderheiten und Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und bauen Berührungsängste ab. Positive Erfahrungen im Umgang mit den Tieren und deren Versorgung ermöglichen eine Stärkung des Selbstbewusstseins und die Erfahrung der Selbstwirksamkeit.

Bienen

Seit die Menschen sesshaft sind, gibt es Imkereien. Auf dem ASP Kolle 37 werden gemeinsam mit den Kindern sechs Bienenvölker bewirtschaftet. Die Arbeit mit Bienen sowie an den Beuten entwickelt Bewegungsfähigkeit sowie handwerkliches Geschick. Im Umgang mit Bienen wird auch der Umgang mit Gefahren erlernt. In diesem Projekt werden alle Sinne angeregt. Neben der Honigernte sorgen die Bienen für die Bestäubung der im Umkreis wachsenden Pflanzen.