Soziales Lernen

Zur Zeit seiner Gründung verstand sich der Bauspielplatz vor allem als Freizeiteinrichtung mit vorrangig handwerklichen Angeboten. Die Konfrontation mit den Besonderheiten vieler der Kinder und Jugendlichen machte jedoch bald eine Erweiterung des Selbstverständnisses und der Angebote nötig. Neben handwerklichem Interesse führt sie vor allem, die Suche nach Anerkennung und Zuwendung auf den Bauspielplatz. Ihnen gilt die besondere Aufmerksamkeit der pädagogischen Mitarbeiter*innen, ohne jedoch andere Kinder und ihre Interessen zu vernachlässigen.

Die Arbeit der letzten Jahrzehnte bestätigte, dass ein betreuter Spielplatz durch die Kombination von Freifläche, kontinuierlicher Begleitung, handwerklichem Angebot und Freiwilligkeit des Besuches hervorragend geeignet ist, freizeitgestaltendes und sozialpädagogisches Handeln wirksam zu verbinden.

Kinder und Jugendliche haben auf dem Bauspielplatz die Möglichkeit, im Umgang miteinander und mit den Pädagog*innen soziale Fähigkeiten zu entwickeln und zu üben. Auf dem oft langen und schwierigen Weg zu solidarischem Verhalten, Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen, Verantwortungsgefühl, Kommunikationskultur, Urteilsfähigkeit, gewaltfreien Konfliktlösungsmethoden und Lösungsstrategien werden sie von den pädagogischen Fachkräften begleitet.

Demokratische Platzversammlung

Der Abenteuerliche Bauspielplatz Kolle 37 bietet in seinem Alltag Kindern vielfältige Gelegenheiten, Selbstorganisations- und Mitbestimmungsvarianten zu erproben und Verantwortung zu übernehmen. Wöchentlich findet eine Platzversammlung statt, bei der Alltagsthemen aber auch Probleme und Regeln auf dem Bauspielplatz gemeinsam besprochen und ausgehandelt werden. Darüber hinaus haben die Kinder und Jugendlichen jederzeit die Möglichkeit, Anregungen und Wünsche über mehrere Briefkästen einzubringen oder direkt mit den pädagogischen Fachkräften darüber zu sprechen. Kinder ernst zu nehmen und ihnen mit Respekt zu begegnen ist dabei Grundhaltung in der pädagogischen Arbeit.
Mitwirkung, Partizipation und Eigenverwaltung fördern Mündigkeit, Interesse, Engagement, Identifikation und Selbstvertrauen; sie machen zudem Regelwerke, Abläufe und Entscheidungen transparent und nachvollziehbar. Auf diese Weise bietet sich ein Lernfeld der Einübung von demokratischem Handeln.

Pädagogische Back- und Kochprojekte

Gemeinsames Kochen und Backen ist ein wichtiges Thema auf dem Bauspielplatz. Für eine optimale kindliche Entwicklung ist eine gute Ernährung eine wichtige Voraussetzung. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen ins Planen, Einkaufen, Zubereiten der Speisen und in das anschließende Abwaschen mit einbezogen. Hier werden wichtige Aspekte wie gesunde Ernährung, aber auch Themen der Nachhaltigkeit und artenfreundliche Tierhaltung vermittelt. Die Kinder lernen im Kochprojekt Grundfertigkeiten der Zubereitung von Lebensmitteln, Ordnung und Hygiene. Das von den Kindern und pädagogischen Fachkräften gemeinsam eingenommene Essen fördert neben der Sättigung auch die Funktion einer Gemeinschaft und kulturvollen Begegnung, bei der beispielsweise der Schulvormittag ausgewertet und die Nachmittagsplanung besprochen werden kann.

Finanziert wird das Angebot nur über Spenden.

Beratung, Unterstützung, Hilfe

Zu den Aufgaben der pädagogischen Mitarbeiter*innen des Platzes gehört es, als aufgeschlossene, aufmerksame und verlässliche Personen präsent zu sein, vertrauensvolle Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen aufzubauen und ihnen in schwierigen Lebenslagen Unterstützung anzubieten.

Dazu gehört vor allem:

  • Hilfe bei Schulproblemen zum Beispiel durch Hausaufgabenhilfe, Gespräche mit der Schule, Vermittlung von besonderer Betreuung oder von Alternativen zum Erlangen des Schulabschlusses
  • Unterstützung bei Berufsfindung und Lehrstellensuche zum Beispiel durch Kontaktvermittlung zu Anbietern von Berufsorientierung und Berufsausbildung und durch Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen
  • Vermittlung von Hilfe bei persönlichen und familiären Problemen zum Beispiel durch Herstellen von Kontakten zum Jugendamt und zu Beratungsstellen und durch Begleitung zu Krisenunterkünften.